Money makes the world go around. Und sicherlich steht eine angemessene finanzielle Vergütung der Arbeitsleistung noch immer an erster Stelle für Ihre Mitarbeiter. Jedoch punkten Arbeitgeber im „war for talents“ immer mehr mit Zusatzleistungen. Unternehmen gewinnen junge und vielversprechende Fachkräfte mit sogenannten Benefits, die die Lebensqualität steigern und die Work-Life-Balance fördern sollen. Dabei haben Sie zunächst keinen direkten monetären Nutzen. Es geht hier vorrangig um eine Aufwertung des Arbeitsalltags und um eine Erleichterung der Alltagsorganisation.

Zusatzleistungen fördern die Mitarbeiterbindung. Denn wer sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt, und wem Hürden genommen werden bei der Integration von Arbeit und Familienalltag oder Freizeit, der arbeitet produktiver und fühlt sich dem Arbeitgeber stärker verbunden.

Welche Benefits bieten Sie Ihren Mitarbeitern? Und wie kommunizieren Sie diese Pluspunkte in Stellenausschreibungen und im Bewerbungsverfahren?

Die Tendenz ist eindeutig: Ohne attraktive Zusatzangebote machen Sie sich als Arbeitgeber zunehmend uninteressant, vor allem bei der stark umworbenen jungen Generation. Dennoch sollten Sie nicht wahl- und ziellos eine unübersichtliche Vielzahl an Möglichkeiten anbieten. Auch in diesem Bereich des Personalmarketings gilt: Mit Konzept und klarer Linie fahren Sie besser. Überlegen Sie also im Vorfeld, welche Angebote für Ihre Mitarbeiter Sinn machen. Was kann Ihr Unternehmen als Arbeitgeber in den Alltag integrieren und einlösen?

1. Flexible Arbeitszeiten

Kernzeiten sind wichtig, wenn es darum geht, Teams zu koordinieren und Aufgaben abzusprechen. Sicherlich werden sie sich je nach Unternehmensbereich unterscheiden. Daher sollten Sie überlegen, was je nach Abteilung Sinn macht, und wie Sie Ihren Mitarbeitern ein Höchstmaß an Flexibilität anbieten können. Reicht es beispielsweise, wenn Mitarbeiter zuverlässig und geschlossen zwischen 10 und 15 Uhr im Büro anwesend sind? Wer sich hier flexibel einteilen und einen privaten Termin auch mal vor der Arbeit einschieben kann, ohne dafür Urlaub nehmen zu müssen, wird entspannter zur Arbeit kommen – und damit produktiver arbeiten können.

2. Home Office

Der Punkt, der bei Arbeitnehmern am beliebtesten und am gefragtesten ist, scheint zugleich für Arbeitgeber am problematischsten. Sicherlich ist nicht für alle Berufe eine Home-Office-Lösung möglich. Aber für die Tätigkeitsfelder in Ihrem Unternehmen, die sich zumindest für gelegentliche Telearbeit eignen, sollten Sie prüfen, wie Sie den Mitarbeitern entgegenkommen und eine Home-Office-Regelung einrichten können. Vertrauen ist dabei natürlich das A und O. Aber Hand aufs Herz: Wenn es am Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter scheitert, läuft doch an ganz anderer Stelle etwas schief. Fakt ist: Gerade die jüngeren Kandidaten werden Sie mit einer flexiblen Lösung gewinnen können – ganz besonders diejenigen, die mit zwei erwerbstätigen Eltern den Alltag mit Beruf und Familie organisieren müssen.

3. Mobilität: Jobticket und Dienstfahrrad

Dienstwagen war gestern – Firmenfahrrad ist heute. So pauschal lässt sich das gewiss nicht sagen. Aber Mobilität und Mobilitätskonzepte wandeln sich, genauso wie das Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein.

Bieten Sie Ihren Mitarbeitern ein Jobticket an, also einen steuerlich begünstigten Zuschuss für ihr Monats- oder Jahresticket für den ÖPNV. Oder geben Sie ihnen die Möglichkeit, unter Inanspruchnahme von Zuschüssen ein Dienstfahrrad zu leasen.

Ermitteln Sie unter Ihren Mitarbeitern die Wünsche und Bedürfnisse und überlegen Sie, wie Sie Ihnen entgegenkommen können. Sie fördern einen gesunden und umweltbewussten Lebensstil, und Ihre Mitarbeiter erreichen ihren Arbeitsplatz erholter und motivierter.

4. Gesunde Ernährung für produktive Mitarbeiter

Sie haben keine eigene Kantine? Es gibt auch dann verschiedene Möglichkeiten, wie Sie als Arbeitgeber die Verpflegung Ihrer Mitarbeiter bezuschussen können. Ob mit Restaurantgutscheinen oder per Abrechnungs-App: Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter dabei, regelmäßig eine gesunde Mittagspause einzulegen. Denn wer Pausenzeiten bewusst nutzt und in Ruhe hochwertige Mahlzeiten einnimmt, kehrt entspannter an den Arbeitsplatz zurück.

5. Gesundheitsförderung

In eine ähnliche Richtung gehen Mitarbeiter-Sportprogramme und die Bezuschussung von Bewegungs- und Gesundheitskursen. Ob Rückengymnastik oder Stressprävention, wieder gilt: Gesunde und ausgeglichene Mitarbeiter sind zufriedener – und damit nicht nur leistungsfähiger, sondern auch dem Arbeitgeber stärker verbunden.

6. Weiterbildungsangebote

Fördern Sie Ihre Mitarbeiter und steigern Sie das firmeninterne Knowhow, indem Sie Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen. Glauben Sie an das Potenzial Ihrer Mitarbeiter – und regen Sie sie an, es auszuschöpfen und auszubauen. Denn mit der Unterstützung eines Fortbildungsangebots vermitteln Sie dem Mitarbeiter Ihr Vertrauen. Und diese erlebte Wertschätzung bindet.

Über mittlerweile klassische Benefits wie eine betriebliche Altersvorsorge, Zuschüsse zur Kinderbetreuung und Mitarbeiterveranstaltungen haben wir an dieser Stelle gar nicht gesprochen. Die Möglichkeiten für Zusatzleistungen sind vielfältig. Sicher ist: Eine wertschätzende Förderung steigert die Verbundenheit Ihrer Mitarbeiter mit dem Unternehmen.

Aber nicht nur für die Bindung der bestehenden Belegschaft sind solche Benefits unerlässlich. Besonders bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter punkten Sie mit Zusatzleistungen: Mit flexiblen Arbeitszeiten, Home-Office-Optionen und Weiterbildungsangeboten ziehen Sie junge und zielstrebige Fachkräfte an. Kommunizieren Sie Ihre Benefits schon in der Stellenanzeige, und gehen Sie während des Bewerbungsprozesses darauf ein. Dabei sollten Sie jedoch nichts in Aussicht stellen, was Sie nicht einlösen können. Bereiten Sie sich unbedingt darauf vor, im Vorstellungsgespräch zu Rückfragen des Bewerbers konkret Stellung nehmen zu können.